Verfasst von: Selma in: Juli 25, 2009
Luis (flüstert): Mama, sag Papa nicht, dass der Schrankschlüssel abgebrochen ist, sonst knallt es im Haus und er schreit wieder so rum.
Mama: Okay, ich sag nichts.
Luis: Sonst sagt er wieder sein Lieblingssprichwort.
Mama: Und wie lautet das?
Luis: Scheiße!
Verfasst von: Selma in: Juli 24, 2009
Mama: Luis, du musst nicht so schreien, du bist ja schon ganz heiser.
Luis: Bin ich nicht.
Mama: Bist du doch. Deine Stimme ist schon ganz kratzig. Du musst leise sprechen und deine Stimmbänder schonen.
Luis: Wie viele Stimmbänder hab ich, Mama?
Mama: Zwei.
Luis: Oh, ich dachte, ich habe drei in verschiedenen Farben.
Verfasst von: Selma in: Juni 14, 2009
Selma: Mama, ich will jetzt endlich getauft werden.
Mutter: Okay, können wir machen. Und was ist mit dir, Luis, willst du auch getauft werden?
Luis: Nein, ich will nur weiter Götterspeise essen.
Verfasst von: lt in: Juni 1, 2009
Seit ein paar Monaten ist Luis Mini-Kicker. Im Verein. Mini-Kicker, das sind die bis Sechsjährigen, die Fußball spielen wie ein Bienenschwarm. Gut, dass sie einen Trainer wie Christoph haben, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Wie heute, als sie gegen die Minis aus einer unweit gelegenen Gemeinde spielten – als Attraktion zur Halbzeit eines Damenturniers. Und sie sorgten für Euphorie beim Publikum. Besonders Luis, der heute Abwehr spielen sollte, das wörtlich nahm und während des ganzen Spiels hinten blieb, dabei auch mal ein Päuschen machte und sich setzte und erst wieder aufstand, als Christoph darüber fast den Verstand verlor.
Und dann rollte ein Angriff auf Luis zu und er schaffte das Unmögliche und grätschte dem ballführenden Gegner-Mini die Pille vom Fuß. Worauf das Stadion tobte, Luis sich wieder in die Senkrechte schraubte und mit der Nase zum Publikum die Ovationen entgegen nahm – derweil die Gegner wieder den Ball hatten und aufs Tor stürmten. Wovon Luis im Begeisterungstaumel nichts mitbekam.
Ein Glück, der Ball ging vorbei.
Verfasst von: lt in: Juni 1, 2009
Die Bedienung schaute Luis mit großen Augen an, lächelte und führte uns zum schönsten Tisch. “Der ist gut, Papa”, sagte Luis, “ich hab jetzt Hunger.” Wildschwein wie bei Asterix gab es bedauerlicherweise nicht, doch Luis fand trotzdem etwas auf der Karte, was ihm zusagte. Vorsorglich bestellte ich eine halbe Portion, was schließlich immer noch zu viel war, da Luis sich auf das köstliche Brot stürzte, zu dem es eine Bärlauchcreme gab. Dann noch der Gruß aus der Küche, ein Currysahnesüppchen aus einem Tässchen, und als die Hauptspeise serviert wurde, passte kaum mehr etwas in ihn hinein. Nach ein paar Bissen sah er mich erschöpft an und sagte: “Papa, ich bin satt.”
Während ich fertig aß, flirtete er mit den Bedienungen, die sich von Luis gern umgarnen ließen. Dann tranken wir aus – er sein Wasser, ich meinen Wein – zahlten und verließen das nette Restaurant. Auf der Fahrt nach Hause meinte er, dass wir bald wieder “gescheit essen” müssen.
Verfasst von: lt in: April 20, 2009
Kaum Zuhause, schwärmte mir Luis gleich von seinem neuen und überhaupt ersten Anzug vor. “Zieht schon los, ihr beiden”, meinte Luis’ Mutter, die Frau, mit der auch ich vertraut bin. Fünf Minuten später saßen wir beide im Auto und fuhren zu einer der besten Adressen in der Stadt. Zur allseitigen Freude war noch ein Tisch für zwei Personen frei. Luis hatte ihn klar gemacht. Er war zur hübschen Bedienung gegangen und hatte sie gefragt: “Hast du noch einen freien Tisch für uns?”
Verfasst von: lt in: April 19, 2009
Luis ist ein leidenschaftlicher Shopper. Am liebsten kauft er in Spielzeugläden ein. Was ihn aber nicht davon abhält, auch in Modegeschäften das Sortiment zu begutachten. Von seinem jüngsten Besuch gemeinsam mit seiner Mama kehrte er mit etwas zurück, was bislang nicht Einzug in seinen Kleiderschrank gehalten hatte: einem Anzug. Um genau zu sein: einem Dreiteiler. Plus Mütze.
Erworben vor allem für eine Gelegenheit. “Wenn wir mal wieder gescheit essen gehen”, wie Luis der verblüfften Verkäuferin erklärte.
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